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Sammlung im Willy-Brandt-Haus
Als 1996 die SPD-Parteizentrale ihr neues Domizil im Willy-Brandt-Haus in Berlin bezog, waren die Kunstwerke der Sammlung im Willy-Brandt-Haus bereits fester Bestandteil der Ausstattung des Hauses. Schließlich sollte das Willy-Brandt-Haus nicht nur architektonisch sondern auch künstlerisch ein Kleinod werden. In einem offenen Haus bringt seitdem der 1995 gegründete Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. den Besuchern Kunst und Kultur nahe. Aus dem inzwischen umfangreichen Fundus der Sammlung können sowohl das Willy-Brandt-Haus in Berlin als auch SPD-Parteihäuser in ganz Deutschland ausgestattet werden.
Die Sammlung im Willy-Brandt-Haus umfasst mittlerweile fast 3000 Werke aus der Zeit von 1896 bis heute. Darunter sind nicht nur Aquarelle, Ölbilder und Zeichnungen, sondern auch Fotografien, Skulpturen und Videokunst. Thematisch gliedert sich die Kollektion in vier Schwerpunkte: Klassische Moderne, Staatsferne Kunst in der DDR, Zeitgenössische Kunst und Politikerporträts.
Seit 2006 werden Teile der Sammlung regelmäßig in Ausstellungen im Willy-Brandt-Haus und außerhalb präsentiert. 2006 begann diese Reihe mit der Jubiläumsausstellung 10 Jahre Sammlung, die einen Überblick über alle vier Sammlungsthemen vermittelte. Im Jahr 2007 folgte die Ausstellung Verfolgt – Verfemt – „Entartet“, die Kunstwerke bis 1945 unter dem poltischen Aspekt der Verfolgung durch die NS-Herrschaft zusammenbrachte. Diese Ausstellung wurde seitdem bereits in Göttingen, Oldenburg, Dessau und Magdeburg gezeigt, weitere Stationen in 2010/2011 werden Konstanz, Neu-Ulm und Lübeck sein. 2008 standen die zeitgenössischen Arbeiten unter dem Titel Mensch – Raum – Landschaft im Fokus der Betrachtung. Bedingt durch die Bundestagswahl in 2009 mussten wir in diesem Jahr auf eine Präsentation der Sammlung verzichten. Für den Sommer 2010 laufen bereits die Vorbereitungen zur Ausstellung Ostkunst. Hier werden wir u.a. Arbeiten von Carlfriedrich Claus, Hermann Glöckner, Karl-Heinz Adler, Gerhard Altenbourg, Harald Metzkes und der Künstlergruppe Clara Mosch zeigen, die sich mit ihrer Darstellungsform gegen die Kunstdoktrin der SED wandten.
Die Kunstwerke der Sammlung im Willy-Brandt-Haus haben einen festen Platz in den Häusern der SPD und in den Büros der Mitarbeiter gefunden. Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. arbeitet mit über 50 Galerien weltweit zusammen, um die Sammlung zu erweitern und ihr Profil zu bewahren. Wir sehen uns hierbei der Tradition der SPD verpflichtet, die bis 1933 eine eigene Kunstsammlung aufgebaut hatte, die von Heinrich Zille und Wilhelm Oesterlein maßgeblich geprägt wurde. Von dieser Sammlung sind keine Aufzeichnungen oder Werke erhalten geblieben, deshalb ist es unser Anliegen, mit der Sammlung im Willy-Brandt-Haus diese Erinnerung wachzuhalten.
Die Werke der Sammlung können zu Ausstellungszwecken von Museen und Institutionen ausgeliehen werden. Informationen hierzu und zur Sammlung allgemein erhalten Sie bei der Kuratorin der Sammlung.
mirja.linnekugel@freundeskreis-wbh.de Tel: 030/25993 782
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