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Gedenkausstellung für den
Fotografen Henry Ries


Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. präsentiert die

Gedenkausstellung für den Fotografen
Henry Ries

Mit seinen Foto-Reportagen „Unvergessliche Momente Holocaust Überlebender“
Rothschild-Spital, Wien 1947, und Exodus, Hamburg 1947

„Ich bin kein Fotograf von Neuigkeiten, mich interessieren Menschen und ihre Schicksale.“

 

Eröffnung am Mittwoch, den 19. September 2007,
um 19.00 Uhr

 

Begrüßung
Gisela Kayser,
Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e. V.

 

Einführung
André Schmitz,
Staatsekretär für Kultur beim Regierenden Bürgermeister von Berlin

 

Wanda Ries, Worte über Henry Ries

 

Jonah Thomas,
USA Solo Cello

 

Einführung zum Ausstellungsthema „Exodus und Rothschild“
Helmuth F. Braun,
Leiter Ausstellungen Jüdisches Museum

 

Der Leidensweg der jüdischen Überlebenden des Holocaust war am 8. Mai 1945 noch nicht zu Ende. Das Wiener Rothschild-Spital wurde nach Kriegsende zum provisorischen Flüchtlingslager und zum Mittelpunkt des jüdischen Lebens. Im Rothschild-Spital konnten die Emigranten sich austauschen und alle weiteren Schritte beraten, die sie nach Palästina führen sollten. Manche warteten auf die Gründung eines jüdischen Staates, andere versuchten illegal auf einem der zahlreichen Transportschiffe nach Palästina einzuwandern.
Im Sommer 1947 steuerte das Schiff „Exodus“ illegal Palästina an, das in Südfrankreich mit 4.500 jüdischen Flüchtlingen aufgebrochen war. Es wurde von der britischen Navy gewaltsam daran gehindert und samt seinen Passagieren zur Rückkehr nach Europa gezwungen. Im Hafen von Hamburg wurden die Passagiere mit Gewalt von Bord gebracht und in das DP (Displaced Persons)-Lager Pöppendorf überstellt.

Der Fotograf Henry Ries hatte die seltene Möglichkeit, diese über das Kriegsende hinaus anhaltende Tragödie auf seinen Fotografien festzuhalten. Die Ausstellung im Willy-Brandt-Haus zeigt anlässlich des 90. Geburtstages von Henry Ries und 60 Jahre nach den Geschehnissen eine Auswahl seiner Fotografien.

Henry Ries, 1917 in Berlin geboren, emigrierte 1938 in die USA und war 1947-51 Fotojournalist für die New York Times in Europa. Er berichtete über das Alltagsleben der Deutschen in einem zerstörten Land, über die Berliner Blockade und über das Schicksal der Displaced Persons, den jüdischen KZ–Überlebenden und den Flüchtlingen aus Osteuropa. 1952-55 Studiochef des Büros der New York Times, in New York. 1955-95 Inhaber eines Foto–Studios für Werbefotografie und Design in New York. Seine Fotografien waren in zahlreichen Ausstellungen weltweit zu sehen. 1999 erhielt er den Ehrentitel Professor und 2003 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Henry Ries starb 2004 im Staate New York.

 

Eine Auswahl der Fotografien von Henry Ries ist im Parthas Verlag erschienen:
Henry Ries – Ich war ein Berliner, Erinnerungen eines New Yorker Fotojournalisten,ISBN 3-936324-21-2, 220 Seiten, € 19.80

 

Ausstellung vom 20.09. – 28.10.2007

 

Dienstag bis Sonntag, 12 bis 18 Uhr,
Eintritt frei,
Ausweis erforderlich

 

Weitere Informationen:
Gisela Kayser,
Tel: 030 / 259 93 785
Email: presse@freundeskreis-wbh.de

 

 

 

 

 

Foto - Henry Ries

Foto Henry Ries/ The New York Times,
Copyright © The New York Times,
Rotkreuzschwester mit Flüchtlingskindern
auf dem Weg ins DP-Lager Pöppendorf
9.9.1947

Henry Ries

Foto: Henry Ries/The New York Times
Copyright © The New York Times
Berlin Zehlendorf, 21.8.1947
Flüchtlingslager Teltower Damm. Nach Shanghai emigrierte Berliner Juden kehren zurück.